Auf der Bönninghardt gibt es noch zahlreiche Denkmäler, die von den Anfängen der Kolonisation zeugen.

 

Baudenkmäler

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Eine nachhaltige Besiedlung begann 1772, als Pfälzer Auswanderer hier Land zugewiesen bekamen. Völlig mittellos und auf sich allein gestellt, hausten sie in Plaggenhütten. Solch eine Behausung wurde hier auf der Bönninghardt nach einem alten Foto in den Jahren 2011 und 2012 nachgebaut. 

 

 

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Diese alte Scheune steht auf dem Gelände des Stautenhofes. Ihr Entstehen wird auf die Zeit um 1820 geschätzt. Sie ist äußerst gut gepflegt und dient heute als Pferdestall. Der Stautenhof ist leider nicht zugänglich.

 

 

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Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts, also eine Generation nach der Erstbesiedlung, verschwanden die Plaggenhütten. Nun gab es Häuser aus festem Mauerwerk. Eines der ersten Häuser aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts ist noch am Issumer Weg 22 erhalten und dokumentiert den Wohnkomfort der damaligen Zeit.

 

 

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Um 1865 wurde am heutigen Mühlenweg eine Windmühle gebaut. Bis zum Ersten Weltkrieg diente sie ihrem ursprünglichen Zweck, dann bis 1928 als eine Art Jugendherberge. Die Flügel wurden mehrmals restauriert, 1988 dann aber endgültig abgenommen. Heute ist der Mühlenstumpf in Privatbesitz.

 

 

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1851 wurde die erste Schule aus Spendenmitteln auf der Bönninghardt gebaut, die in den Besitz der evangelischen Kirchengemeinde überging. Heute ist das inzwischen zweistöckige Haus im Privatbesitz.

 

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Die katholische Kirche wurde als Schulvikarie ab 1861 gebaut und am 15. August 1864 eingeweiht. Die Finanzierung erfolgte durch Kollekten. Nach dem Bau der katholischen Heideschule wurde das Gebäude nur noch als Kirche genutzt. Einen grundlegenden Umbau als Kirchengebäude gab es erst 1949. Die Kirche beherbergt einen kostbaren und teilweise vergoldeten und bemalten neugotischen Hochaltar von 1892.

 

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1903 war das neben der katholischen Kirche stehende Pfarrhaus fertiggestellt, das vom damaligen Pfarrer Johann Sanders voller Stolz bezogen wurde. Er wohnte bisher in der oberen Etage des Kirchengebäudes.

 

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Baubeginn der evangelischen Kirche war Anfang 1868 und wurde zusammen mit dem Gemeindehaus am 5. November des gleichen Jahres eingeweiht. Finanziert wurde das Projekt durch Spenden und Kollekten. Der ursprünglich spitze Turm stürzte bei einem Pfingstgewitter 1946 herab.

 

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Auf Drängen des damaligen Pfarrers Johann Sanders wurde 1902 die katholische Heideschule errichtet. Sie diente ihrem zugedachten Zweck bis 1964. Seitdem wird die rechte Hälfte des Hauses von der Bönninghardter Jugend "JUBO", die linke Hälfte des Gebäudes privat als Wohnhaus genutzt.

 

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Am 31. Dezember 1874 wurde die Eisenbahnstrecke Venlo - Wesel - Haltern für den Bahnverkehr freigegeben. Die Bahnlinie führte über die Bönninghardt. Es dauerte noch bis zum Jahre 1903 bis der Bahnhof gebaut wurde. Das Gebäude befindet sich heute in Privatbesitz. Nach der Zerstörung der Rheinbrücke Wesel im Zweiten Weltkrieg wurde der Bahnbetrieb schrittweise bis 1967 eingestellt.

 

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1907 wurde die zweite evangelische Schule errichtet. Das alte Gebäude ist heute Teil der Bönninghardtschule.

 

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Die ehemalige Landschule "Alte Börry" am Mühlenweg wurde 1910 gebaut. Bis 1967 diente sie ihrem ursprünglichen Zweck, dann ging sie in Privatbesitz über.

 

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Das Besenbinderdenkmal an der Kreuzung Bönninghardter Str./Winnenthaler Str. soll an die armseligen Zeiten erinnern, als die Menschen hier versuchten durch Besenbinden ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Besenbinderskulptur wurde von der Alpener Künstlerin Erika Rutert geschaffen und im November 2002 eingeweiht.

 

Bodendenkmäler

Unter diesem Kapitel werden die auf der Bönninghardt vorhandenen, oder von Menschenhand geschaffenen Boden- und Naturdenkmäler vorgestellt.

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Wegen des sandigen Bodens gibt es auf der Bönninghardt nur wenige natürliche Wasserstellen. Sie entstanden während der Eiszeit, als durch das Gewicht riesiger Eisbrocken der an dieser Stelle lehm- und tonhaltige Boden sich senkte und extrem verdichtet wurde. In diesen Senken bzw. Löcher sammelte sich das Niederschlagswasser. Die Kolonisten mussten es sich mühsam über lange Wege beschaffen. Das obere Bild zeigt ein Wasserloch am Ostabhang des Haagschen Berges, im Volksmund "Quelle" genannt. Das untere Bild zeigt ein Wasserloch an der Alten Weseler Str. am Hof Saueressig. Im Mittelalter wurde es richtigerweíse "Wertsohl" genannt, heute "Wascholl".

 

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Schon in vorchristlicher Zeit war die Bönninghardt besiedelt. Davon zeugen Hügelgräber aus der Zeit von 2200 - 1800 v. Chr. Die meisten der ursprünglich ca. 150 Hügelgräber sind jedoch durch menschliche Eingriffe zerstört oder durch Erosion stark verkleinert, so dass nur ein geschultes Auge diese finden kann. Ein sehr gut erhaltenes Hügelgrab befindet sich am Südwestrand der Leucht, in Höhe der ehemaligen Gaststätte Pötters. Seine Ausmaße: ca. 1,50m hoch und ca. 13m im Durchmesser.

 

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Dort, wo der "Waldweg" genannte Anlieger- und Wirtschaftsweg von der B 58 kommend den Südwestrand der Leucht erreicht, befindet sich heute noch der dicht bewachsene Galgenhügel. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der dortige Galgen von der Stadt Rheinberg zur Vollstreckung von Todesurteilen genutzt.

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Hinter der Plaggenhütte befindet sich ein Wall. Er ist ein noch sichtbarer Rest eines Grenzgrabens, den die Kolonisten anlegten, um ihr zugewiesenes Anwesen einzugrenzen. Mit dem Aushub des Grabens schufen sie einen Wall , den sie mit Hölzern bepflanzten. Sie brauchten schließlich auch Brennholz. Hölzer aus dem Wald holen war ihnen verboten. Der hinter der Plaggenhütte vorhandene Wall wurde im Zuge des Paggenhüttenbaus 2012 restauriert.

Naturdenkmäler

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Das Alter dieser zur Familie der Birkengewächse zählende Hainbuche wird auf ca. 90 - 100 Jahre geschätzt. Sie steht auf dem Gelände des Stautenhofes. Er ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. 

 

 

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Esskastanien sind auf der Bönninghardt reichlich zu finden. Vermutlich brachten sie die Kolonisten aus der Pfalz mit. Jeder Kolonist pflanzte sich auf seiner Kolonie solch einen Baum. Man sieht heute noch an vielen älteren Anwesen eine Esskastanie. Der im Bild dargestellte Baum hat ein geschätztes Alter von ca. 300 Jahren. Da die Kolonisten ab 1772 sich hier ansiedelten, müsste er also schon vorher hier gestanden haben. Da gibt es noch einen Widerspruch aufzuklären. Man findet diese Esskastanie an der Handelsstr. 14. 

 

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Um 1850 wollte die Xantener Familie Freiherr von Hochwächter auf der Bönninghardt im Bereich der heutigen evangelischen Kirche ein Heideschloss bauen. Sie begannen mit der Anlage einer Kastanienallee parallel zur Winnenthaler Str., die heute noch hinter dem Ehrenmal erhalten ist. Doch aus dem Heideschloss wurde nichts. Planung und Bau der Eisenbahn machten das Vorhaben zunichte.

 

 

 

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Um 1925 veranlasste der damalige Förster Feltens einen großflächigen Anbau von Esskastanien. Das reichhaltige Laub soll langfristig den Boden verbessern - so seine Meinung. Diese Wälder sind heute besonders im Herbst während der Kastanienreife beliebt. Mitten durch solch einen Wald führt eine Lindenallee, im Volksmund "Aschweg" genannt, von der Landstraße in südlicher Richtung. Dort, wo sie endet stand früher das Forsthaus.

 

 

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Das Alter dieser Linde wurde von Fachleuten vor einigen Jahren auf über zweihundert Jahre geschätzt. Es ist durchaus möglich, dass sie von einem der ersten Kolonisten gepflanzt wurde. Sie steht auf der rückwärtigen Seite des Grundstücks Winnenthaler Str. 17 und ist ein anerkanntes Naturdenkmal.

 

Sagen und Legenden

Auf der Bönninghardt gibt es einige Zeugnisse aus der Kolonistenzeit, um die sich Geschichten, Sagen und Legenden ranken. Wir wollen sie Ihnen vorstellen:

Das Grab des Schäfers

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Aus den Anfängen der Kolonistenzeit stammt die Geschichte von Kolonisten, die mit einem Schäfer in Streit gerieten. Worum es ging weiß keiner genau, vermutlich um ein paar Schafe. Vielleicht war auch Alkohol im Spiel. Jedenfalls erschlugen die Kolonisten den Schäfer, begruben ihn auf dem rückwärtigen Gelände der ehemaligen Gaststätte Pötters und pflanzten darauf einen Mistelbaum.

 

Der Judenbaum

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Geht man den Heideweg von der katholischen Kirche bis zum Ende, biegt dann rechts ab bis in den Wald und hält sich dann links, kommt man an eine Wegekreuzung, in deren Mitte eine ca. 40m hohen Fichte steht. An dessen Fuß befindet sich ein Ameisenhügel. Um diesen Baum ranken sich einige Geschichten. Einige erzählen von einer Allee, die aus nördlicher Richtung kommend, hier endete. Sie soll von einem Juden, der einst hier lebte, angelegt worden sein und dieser Baum sei davon übrig geblieben. Andere wiederum meinen, hier habe sich ein Jude erhängt oder sei aufgehängt worden. Er sei zu Füßen dieses Baumes begraben worden. Im Volksmund wird diese hohe Fichte "Judenbaum" genannt.

 

Klein-Frankreich

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Als seinerzeit Napoleon mit seinem Heer gen Russland zog, marschierten französische Soldaten auch über die heutige B 58, die von den Franzosen als Heerstraße gebaut worden war. Beim Marsch über die Bönninghardt setzten sich einige Soldaten heimlich ab und versteckten sich auf dem Haagschen Berg. Diese Anhöhe wird von den alten Bönninghardtern heute noch "Franzosenberg" genannt. Dort, wo der Wald des Abenteuerspielplatzes an den Pastor-Sanders-Weg grenzt, befand sich eine Katstelle, in der ein nettes junges Mädchen wohnte. So sah man die Soldaten oft um diese Katstelle herum schleichen. Später wohnten hier einige Familien mit französischem Namen . . .  Im Volksmund wird diese Gegend seitdem  "Klein-Frankreich" genannt.

 

Gedenkstätten

Ehrenmal

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Zu Ehren der Gefallenen des Ersten Weltkrieges wurde an der Kreuzung Bönninghardter Str. / Winnenthaler Straße ein Ehrenmal errichtet und am 2. Juni 1932 eingeweiht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Gedenktafel für die Gefallenen dieses Krieges angebracht. Heute ist das Ehrenmal eine Gedenkstätte für alle Gefallenen.

 

Jüdischer Friedhof

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Der jüdische Friedhof auf der zu Issum gehörenden Bönninghardt erinnert heute noch an die jüdischen Familien, die bis zur unseligen Zeit der Nationalsozialisten in Issum lebten. Die Grabmale legen heute noch Zeugnis der damaligen Familien ab. Der Wanderer sollte hier inne halten, der vielen im Dritten Reich getöteten Juden gedenken und ein kurzes Gebet sprechen.

Freizeiteinrichtungen

Der Waldspielplatz

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Landwirtschaftliches Denkmal auf dem Waldspielplatz 

Am 2. Juni 1973 wurde der Waldspielplatz auf der Bönninghardt seiner Bestimmung übergeben. Er war vor allem von der JUBO, einer Bönninghardter Jugendeinrichtung, errichtet worden. Dieser Waldspielplatz erfreut sich auch heute noch im näheren und weiteren Umkreis großer Beliebtheit. Im Jahr 2014 wurden fast alle alten Spielgeräte abgebaut und neue nach dem neuesten Sicherheitsstand errichtet.

 

Der Dorfplatz

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Die Dorfwerkstatt Bönninghardt wollte das "Drecksloch" vor dem Bahnhofsgebäude verschönert haben. Sie wandte sich an die Gemeinde Alpen als Grundstückseigentümerin. In vielen Besprechungen und Planungsvorbereitungen wurde dann dieser Platz als Dorfplatz gestaltet. Er dient als Rastplatz für Radfahrer, Sportbegeisterte können dort Boule spielen und gemeinschaftliche Feste Bönninghardter Vereine könnn dort durchgeführt werden. Der Bönninghardter Bevölkerung wurde diese Freizeiteinrichtung an einem schönen sommerlichen Junitag 2013 übergeben.

 

Sportplatz

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Der Sportplatz am Pastor-Sanders-Weg ( im Bönninghardter Volksmund Brennessel-Arena genannt ) dient in erster Linie dem Ballspielverein BSV Bönninghardt zur Durchführung seiner Trainingseinheiten und Punktspiele. Aber auch die Dorfjugend kann ihn für sportliche Aktivitäten nutzen. Die Anlage wurde 1972 ihrer Bestimmung übergeben. 

 

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Wer wohnt denn da?

Unter dieser Sendereihe stellte die WDR-Lokalzeit Duisburg dieses Haus vor. Wir beschäftigen uns aber mit der Frage: wem gehört dieses Haus? Man lese den an der Hauswand angebrachten Text aufmerksam durch. Kleine Hilfe: das Haus steht an der Alten Weseler Straße.

 

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Die Hundetoilette an der Alten Weseler Straße 85. Ein vorbildlicher Beitrag zum Umweltschutz.